Die FF Pöring wurde um 18:15 Uhr zu einem Unfall mit einem LKW bei Ingelsberg alarmiert. Aufgrund eines technischen Defekts war ein LKW ins Schlingern geraten. Der Anhänger geriet dabei auf das Bankett und stürzte in ein angrenzendes Feld. Das geladene, 15 Tonnen schwere Bohrgerät kippte ebenfalls auf die Seite und blieb mit dem Hänger im Feld liegen. Die Zugmaschine stellte sich zwar quer, blieb aber auf der Straße, so kam auch der Fahrer ohne Verletzungen davon.

Eine erste Erkundung und Gespräche mit dem Fahrer ergaben, dass die Maschine ca. 200 – 300 Liter Hydrauliköl im System hatte. Große Teile davon waren bereits unter der Maschine im entstandenen Krater ausgelaufen.

Als erste Maßnahmen versuchten wir die Ausbreitung des Öls zu stoppen. Dazu wurden Folien ausgelegt Bindemittel aufgebracht und eine kleine Grube mit Damm gebildet. Der Ingelsberger Weg nach Baldham wurde voll gesperrt. Mit dem Radlader eines Feuerwehrmitglieds wurde die Grube zeitnah vergrößert, um auch einen besseren Zugang unter die Maschine zu bekommen.

Da für weitere Maßnahmen auch spezielles Gerät benötigt wurde alarmierten wir den Rüstwagen aus Vaterstetten nach. Die FF Vaterstetten sicherte nach Eintreffen den Hänger mit einer Seilwinde vor einem weiteren Umstürzen. Eine Membranpumpe zum Abpumpen des Öls wurde vorbereitet. Mit der Pumpe konnten wir ca. 50 Liter Öl vom Feld in unseren IBC-Container aufsaugen. Für die Arbeiten gingen zwei Vaterstettener und zwei Pöringer Kräfte gemeinsam unter leichten Chemieschutzanzügen vor. Unser Versorgungs-Lkw brachte in dieser Zeit weiteres Material an die Einsatzstelle. Wegen der einbrechenden Dunkelheit und der sich abzeichnenden langen Dauer wurde die Einsatzstelle auch weiträumig ausgeleuchtet.

Zur weiteren Unterstützung wurden ein Bergeunternehmen und das Wasserwirtschaftsamt hinzugezogen. Der notwendige Bodenaustausch wurde für den Folgetag angesetzt.

Nachdem vom Unternehmen umfangreiches Material wie Beleuchtung, Spezialgerät und ein Kran vor Ort gebracht wurden, konnten wir uns nach ca. viereinhalb Stunden aus dem Einsatz herauslösen.

Die Polizei unterstützte bei der Sperrung der Straße, der Bauhof Zorneding übernahm schließlich die komplette Sperrung der Straße für die Dauer der Bergung und Beschilderung der zerstörten Stelle, für die Folgetage.

Leider musste uns das Bergungsunternehmen um 1:45 Uhr erneut alarmieren, da während des Aufrichtens des Bohrgerätes erneut große Mengen Öl austraten. Die Arbeiten wurden unterbrochen und zusammen mit der Eigentümerfirma pumpten wir ca. 100 Liter Öl direkt aus der Maschine ab. Weiteres Öl wurde von einer Folie und vom Boden mit Bindemittel aufgenommen. Dieser Folgeeinsatz war nach ca. eineinhalb Stunden beendet und wir konnten noch etwas Schlaf finden.

Beim ersten Einsatz waren die Feuerwehren Vaterstetten und Pöring mit der Kreisbrandinspektion Ebersberg mit 50 Personen im Einsatz. Beim Folgeeinsatz wurden nochmals 10 Helfer eingesetzt.